Im Steinreich der Gliptoliten (Huacachina/Ica/ Paracas)

IMG_1973_aEin Stein ist nicht enfach nur ein Stein. Er kann rund sein oder eckig, mit Flecken oder anderen Mustern. Ein Stein könnte bestimmt viele Geschichten erzählen, wenn er sprechen könnte. Manchmal erzählen sie auch Geschichten ohne zu sprechen. Nachdem ich einen Tag länger in Nazca geblieben bin, um mir Incafriedhöfe und energetische Lichtflecken anzugucken, hab ich nicht nur viele Steine gesehen, sondern auch Peter, einen Freund aus Hannover, wiedergetroffen.

Peter habe ich vor ungefähr 3 Jahren bei meiner WG-Besichtigungstour in Hannover kennengelernt. Ich suchte ein Zimmer und er hatte ein freies Zimmer in seiner WG. Eingezogen bin ich dort trotzdem nicht. Peter ist schon viel gereist, oft alleine. Nachdem seine befristete Arbeitsstelle als Sozialarbeiter beendet war, reiste auch er durch Peru und Bolivien.

IMG_1938_aMit Peter traf ich mich in Huacachina, einer Oase umgeben von den höchsten Sanddünen Perus. Klingt eigentlich wie in einem Reiseprospekt. Doch für mich war es eher eine künstliche und eher lieblose Touristenblase mit teuren Hostels und Restaurants. Dort blieben wir nicht lange und fuhren am nächsten Tag weiter nach Paracas mit Zwischenstop in Ica.

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IMG_1862_aIMG_1894_aIMG_1845_a_kleinIn Ica schaute ich mir seltsame Steine in einem Museum an. Karen aus Florida, die ich in Copacabana getroffen habe, hat mir davon erzählt. Peter wartete auf dem Plaza. Im Museum saß ein älterer Mann, der mir innerhalb von drei Stunden die Geschichte der Steine erzählte, die dort ausgestellt waren. Es gab dort Steine in verschiedenen Größen, in deren Oberfläche Figuren geritzt wurden: Menschenähnliche Wesen, Tiere und oft ganze Szenarien. Der Mann erzählte mir, dass die Steine aus einem seltsamen Material bestehen, das nicht von dieser Erde stammt. Er sagte auch, dass sie sehr, aher alt sind, älter als die Existenz der Menschen. Auf einigen Steinen waren Dinosaurier zusammen mit den seltsamen Wesen abgebildet. Der Mann war felsenfest überzeugt davon, dass es sich bei den Wesen um eine außerirdische Rasse handelte, die er Gliptoliten nannte und die bereits zu Zeiten der Dinosaurier oder auch früher auf der Erde wohnten. Diese Wesen designten genetisch den modernen Menschen. Angeblich wurden die Steine in der Nähe von Ica von einem Bauern entdeckt. Einige Leute glauben, es handelt sich um Fälschungen. Auch die Mafia habe dabei ihre Finger im Spiel und versuche die Geschichte zu manipulieren. In dem Museum befinden sich ca. 15.000 von diesen bebilderten Steinen. Um auf allen diesen Steinen die komplexen Bilder einzuritzen würde es wohl mehrere Menschenleben dauern. Es war eine absurde Geschichte und eine sehr lange dazu. Wurden wir vor langer Zeit von Außerirdischen zusammengebastelt, die zusammen mit den Dinosauriern hier auf der Erde hausten?

IMG_1986_aIMG_1996_aIMG_1959_aNach der unendlichen Steingeschichte fuhr ich mit Peter, der genervt war vom langen Warten, weiter nach Paracas. Da die Bushatlestops in Peru alles andere als offensichtlich waren, verpassten wir unseren Stop und tramten mit einem Anwalt und seiner Sekreterin ein Stückchen zurück. In Paracas wohnten wir einige Tage in einem gemütlichen Hostel mit Pool direkt am Strand. Den lieben lange Tag machten wir nichts anderes als in der Hängematte zu hängen, Fisch oder Cerviche zu essen und abends an der Hostelbar herumzulungern. Außerdem spielten wir wie fanatisch Tischfussball, in dem wir beide nicht gut waren. Doch wir spielten jeden Tag und wurden tatsächlich besser. Ich war zwar immer noch keine gute, aber eine sehr leidenschaftliche Tischfussballspielerin, die sich immer sehr leidenschaftlich ärgerte wenn sie verlor. Oft spielten wir ein Doppel gegen einen Belgier und einem in Mexico lebenden Koreaner. Das entwickelte sich zu einem abendlichen Ritual. Der Belgier und der Koreaner waren ganz versessen darauf zu gewinnen, nur um danach sagen zu können, sie haben die Deutschen im Fussball besiegt. Manchmal gelang es ihnen sogar, manchmal auch nicht.

IMG_2097_aIMG_2080_a10408901_a1972322_aIMG_1997_aDie Sehenswürdigkeiten in Paracas reichten von unzähligen furchtbar kitschigen Souveniers in den kleinen Läden über ner Kanufahrt auf dem Meer bis hin zu einer Bootstour zu den Islas Ballestas mit Pinguinen, Seerobben und Vögeln. Nach ein paar faulen Tagen machten Peter und ich uns auf nach Lima. Peter flog von dort aus zurück nach Hannover und ich hatte in Lima einen Couchsurfingplatz gefunden. Ich war schon sehr gespannt auf meine erste Couchsurfingerfahrung. Wer weiß, vielleicht werde ich dort einen Gliptoliten kennenlernen.

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2 Gedanken zu “Im Steinreich der Gliptoliten (Huacachina/Ica/ Paracas)

  1. Das ist ja spannend, da fliegst du zum anderen Ende der Welt und triffst dort Peter aus Hannover…..ts, ts, ts. Die Bilder sind so toll und eindrucksvoll, da kann iich mich gut einfühlen in deine Erlebnisse. Die Steine sind wirklich phänomenal, sowas habe ich auch noch nicht gesehen, echt toll! :-)) Ich freue mich schon auf weitere Berichte von dir.
    Dicke Umarmung von Heike zu Heike ♥

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