In der Riesenzeichenwüste (Nazca)

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Ein Kolibri, ein Affe, ein Astronaut und viele andere Figuren und Formen wurden einfach in riesigen Dimensionen in die trockenste Wüste der Welt geritzt oder besser gesagt gescharrt. Kerzengerade Linien laufen durch das Gebiet, kreuzen sich und bilden Dreiecke und Trapeze. Man munkelt, dass sie einem Wasser- und Fruchtbarkeitskult gewidmet wurden oder etwas mit rituellen Zeremonien zu tun hatten oder mit den Sternenkonstellationen und Sonnenwendepunkten oder dass es Landebahnen für Außerirdische waren. Es gibt mittlerweile so viele Theorien darüber. Warum die Linien auch immer dort sind, wo sie sind. In der Wüste bei Nazca sieht es aus wie auf einem großen, gelblich-braunen Blatt Papier, auf dem munter drauf losgekritzelt wurde. Ein spannender Ort mit einer ganz besonderen Athmosphäre.

IMG_1759_aIMG_1748_aIMG_1758_aIMG_1753_aZu erkennen sind diese seltsamen Riesenzeichnungen nur aus großer Entfernung, zum Beispiel vom Flugzeug aus oder von einem der Aussichtstürme. Da mir der Flug zu teuer war, hab ich mich für die Sicht von den vergleichsweise unspektakulären Aussichtstürmen entschieden. Ich konnte einen Baum und eine Art Fugur mit zwei großen Händen von dort oben erkennen.

IMG_1786_aIMG_1804_aIMG_1806_aAuf der Tour mit den Aussichtstürmen besichtigten wir auch das Maria Reiche Museum. Maria Reiche war mir vorher nicht bekannt. Sie wurde in Dresden geboren und verbrachte in Peru viele Jahre ihres Lebens damit die Nazca-Linien zu untersuchen. Sie hat sie vermessen, kartographiert, fotografiert und sich für den Erhalt und den Schutz der Linien eingesetzt. In Peru ist sie eine Legende, eine Heldin. An ihrem Geburtstag ist sogar ein nationaler Feiertag. Das heutige Museum war früher die Hütte, in der sie 25 Jahre ohne Wasser und Strom lebte und unermüdlich die Linien erforschte. Sie war unverheiratet und hatte keine Kinder, aber sie hatte das leidenschaftliche Ziel die Linien zu erforschen, um in ihnen zu lesen wie in einem Geschichtsbuch. Wow!

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IMG_1767_aIMG_1769_aAuf der Tour lernte ich noch eine andere sehr interessante Frau kennen. Sie hieß Amelie, war eigentlich Französin, wuchs aber in Deutschland auf. Es war eine sehr adrette, temperamentvolle Frau, der man ihr Alter überhaupt nicht ansah. Sie reiste einen Monat durch Peru, lebt in Düsseldorf und organisiert dort selber Touren für Reisegruppen. Auch ihre eigene Perutour hatte sie perfekt vorbereitet mit vielen Hintergrundinfos, die sie alle sehr sorgfältig in einem Ordner abgeheftet hatte. Sie war zwar viel älter als ich und reiste mit einem völlig anderen Budget und Standart, aber ich mochte sie auf Anhieb. Nach der Tour lud sie mich in ihr Hotel ein. Es war ein luxuriöses Gebäude mit Consierge und Pool. Wir wollten dort zu Abend essen, entschieden uns dann aber doch für ein Restaurant in der Nähe. Amelie bestand darauf mich einzuladen, weil ich ja ein langzeitreisender Rucksacktourist war. Wir dinierten wie zwei Königinnen und bestellten zudem einen großen Krug Pisco Sour. Sie erzählte mir von ihrem Leben. Amelie hat in 4 verschiedenen Ländern gelebt, hat viele unterschiedliche Unternehmen gegründet und hatte ein krankes Kind adoptiert, das sie während ihrer Hilfsarbeit in den Philippinen pflegte. Sie selber konnte keine Kinder bekommen. Das kranke Kind ist heute ein erwachsener gesunder Mann und ihr ganzer Stolz. Amelie erinnerte mich etwas an Maria Reiche. Auch sie lebt ihr Leben sehr unkonventionell und mit viel Leidenschaft. Wir redeten auch über meine Buchidee und sie lud mich zu sich nach Düsseldorf ein. Wer weiß was die Zukunft noch bringt.

IMG_1760_aAls ich mit meinem großen Rucksack an der Rezeption im Hostel stand, sagte Raul, er könne mich mit seinem Auto zum Busbahnhof bringen. Raul war ein Tourguide, der die Ausflüge, die im Hostel gebucht werden konnten, durchführte. Sein Angebot nahm ich gerne an, da mein Rucksack auf seltsame Weise bei jeder Abreise etwas schwerer wurde. Er erzählte mir auf der Fahrt von einem Incafriedhof, den ich unbedingt noch sehen müsse. Eigentlich lasse ich mir nicht gerne etwas aufschwatzen, aber ich hatte keinen Zeitdruck und fand es interessant. Also fuhren wir zum Incafriedhof und ich konnte ihn alles fragen, was ich wissen wollte. Das machte ich dann auch. Ich fragte ihn über die mysteriöse Nazcakultur aus und über die Linien und er erzählte, wie er sich das alles vorstellte. Es stellte sich heraus, dass er ein sehr komplexes Wissen hatte und mehr über die Zauberwelt wusste, als er mir am Anfang verraten wollte. Dann wollte er mir Orbs in einem alten Aquädukt zeigen. Kein Obst, sondern Orbs. Orbs sind energetische Lichtkugeln, die man sehen und auch fotografieren kann. Klingt absurd und komisch, aber ich konnte sie sehen und fotografieren. Oder hab ich es mir nur eingebildet? Waren es nur Staubspuren auf der Kamera? Wer weiß. Die Begegnung mit Raul war jedenfalls sehr absurd, aber sehr interessant.

IMG_1834_aZum Schluss möchte ich noch meine eigene Theorie aus meiner Zauberwelt über die Nazca-Linien zu den vielen anderen Theorien dazugesellen. Eigentlich war das nämlich so: Früher lebten Riesen auf der Erde. Und auch Riesenkinder müssen zur Schule gehen. Ihr Lieblingsfach in der Schule war der Kunstunterricht. In einer Stunde sollte jedes Riesenkind sein Lieblingstier zeichnen. Also zeichnete ein Kind einen Wal, ein anderes Kind einen Affen und wieder ein anderes einen Kolibri. Und sie waren sogar richtig gut darin. Die ganz kleinen Kinder, die noch nicht so richtig zeichnen konnten, malten einfach Linien kreuz und quer in den Sand und so enstand eine riesengroße Riesenzeichenwüste. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie immer noch, aber in einer Riesenzauberwelt unter der Erde und malen dort herum. Ist ja klar.

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Ein Gedanke zu “In der Riesenzeichenwüste (Nazca)

  1. Hallo Namenskollegin,
    wow das ist eine ein super Beitrag….ich war ganz und gar bei dir! ♥ Besonders toll finde ich deine eigene „Märchengeschichte“ mit den Riesenkindern….ich liebe deine Geschichten und Wahrnehmungen. Super, mache weiter so.
    Übrigens, dein Orbbild ist richtig klasse…. es gibt genug recherchiertes Material in Buchform, Internet und Bildform über Orbs, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Schön das du das sehen und fotografieren konntest.

    Dicke Umarmung und liebe Grüße
    von Heike zu Heike

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